Jahreshauptversammlung der Gesellschaft Yaqu Pacha e.V. für das Jahr 2001
Protokoll: Nr.12
Datum: 19.04.2002
Ort: Naturkundehaus des
Tiergartens der Stadt Nürnberg
Sitzungsbeginn: 19:05 Uhr
Sitzungsende: 20:50 Uhr
Anwesende:
Herr Dr.
Lorenzo von Fersen, Herr Stefan Wiessmeyer,
Frau Angela Haller, Frau Christiane
Thiere, Herr Andreas Haller, Frau Gudrun Lotzmann, Frau Ann Lotzmann,
Herr Björn Wehner, Herr Werner Schöneich, Frau Ute Mathieu, Herr
und Frau Winter, Frau Rita Dziaczyk
Tagesordnung:
1. Bericht über die
Arbeit des Vorstandes
2. Entlastung des Vorstandes
3. Bericht über die
Projekte in Ecuador
4. Bericht über die
Projekte La Plata-Delfin
5. Weitere Aktivitäten
der Gesellschaft im Jahr 2001
6. Verschiedenes und Planung
für 2002
1. Bericht über die Arbeit des Vorstandes
1.1 Zu Beginn der Hauptversammlung
erinnerte Herr Dr. Lorenzo von Fersen daran,
dass Yaqu Pacha e.V. dieses Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert.
Er begrüsste neue Mitglieder und stellte ihnen den Vorstand vor.
1.2 Die Mitgliederzahl von
Yaqu Pacha ist mit 232 Mitgliedern nahezu auf dem Stand des Vorjahres geblieben.
Es gab einige Austritte, aber auch Neuzugänge.
1.3 Herr Alexander Hettich
gestaltete die neue Infobroschüre, die
allen Mitgliedern mit der Einladung zur Hauptversammlung zugesandt wurde.
Wegen der Umstellung auf den Euro war die Broschüre zwingend notwendig
geworden.
1.4 Herr Thomas Tümena
entwickelte für Yaqu Pacha ein neues Programm zur Mitgliederverwaltung
und -abrechnung, das den Anwesenden in einer PowerPoint-Präsentation
vorgestellt wurde.
1.5 Die Firma Heinz Winter
stellte sich kostenlos für den Druck der neuen Broschüre zur
Verfügung.
1.6 Die neu gestaltete Internetseite
www.yaqupacha.de
wurde vorgestellt. Ca. 2500-2900 Besucher sind dort momentan monatlich
zu verzeichnen.
1.7 Die Benefizveranstaltung
am 14.10.2001 im Tiergarten der Stadt Nürnberg mit Hannah
Stockbauer und einer Tombola war ein grosser Erfolg. Das Thema lautete
"Fischerei-Netze - tödliche Fallen für Delfine".
1.8 Auch in diesem Jahr
wird es wieder eine solche Veranstaltung geben. Yaqu Pacha e.V. sucht noch
nach einem Leit-Thema und bittet alle Mitglieder, die Ideen haben, Prominente
kennen oder etwas zur Tombola beitragen können, um Mithilfe.
1.9 Yaqu Pacha e.V. hat
eine Zusammenarbeit mit SOLAMAC www.solamac.org
begonnen. Mitglieder dieser Gesellschaft sind u.a. renommierte Wissenschaftler
Südamerikas, die sich einmal jährlich zu einer Tagung treffen.
Im Jahr 2002 findet die Tagung in Chile statt. Yaqu Pacha e.V. unterstützt
SOLAMAC durch die Teilfinanzierung einer ausführlichen Publikation
über den La Plata-Delfin. In der behandelten
Studie wurde erstmals der Bestand dieser Tierart bestimmt. Bei der Beobachtung
dieser meist als Einzelgänger vorkommenden Tiere vom Flugzeug aus
kamen die Wissenschaftler auf eine geschätzte Population von ca. 40.000
Tieren. Um ein Überleben einer Tierart zu sichern dürften laut
Erfahrungen der Vergangenheit jährlich nicht mehr als 2% der Gesamtpopulation
getötet werden. Beim La Plata-Delfin liegt die Quote z.Z. jedoch bei
3-4000 Tieren (ca. 8%) pro Jahr. Herr Dr. von Fersen betont deshalb noch
einmal die Wichtigkeit dieser Arbeit und der gegebenen Unterstützung.
1.10 Weiterhin wurde die
Promotion (beim Vorstand einsehbar) von Frau Dr. Meike Scheidat teilfinanziert.
In Ihrer Arbeit "Abundance, Habitat Use, Behaviour and Management of Humpback
Whales in the Machalilla National Park, Ecuador" zeigt sie erstmals auf,
dass es sich bei diesem Gebiet nicht nur um ein Durchzugs- sondern um ein
wichtiges Fortpflanzungsgebiet der Wale handelt und zeigt der Regierung
Ratschläge zur Nutzung dieses Gebietes.
1.11 Die Promotion
(beim Vorstand einsehbar) von Frau Dr. Judith Denkinger
wurde fertiggestellt. Die Anzahl der Inias und ihre Lebensweise wurden
erfasst. Erfreulich ist ein hoher Kälberanteil der Population. Da
der Sotalia-Delfin (eine vergleichbare, empfindlichere Delfinart)
aber inzwischen aus dem Untersuchungsgebiet verschwunden ist, ist ein ähnliches
Schicksal auch für den Inia zu befürchten. Die Gewässerverschmutzung
dort ist nicht kontrollierbar und durch anhaltende Guerillakämpfe
ist eine weitere Untersuchung und Aufklärung vor Ort zur Zeit nicht
möglich.
1.12 Die Promotion von Frau
Dr. Cristina Castro wurde von Yaqu Pacha e.V. finanziert. Die "Poblacion
de la ballena jorobada en el Parque Nacional Machalilla, Ecuador" kann
von allen Interessierten beim Vorstand eingesehen werden.
1.13 Zwei südamerikanische
Mitarbeiter von Yaqu Pacha e.V. sind aufgrund eines Öltankerunglücks
zu den Galapagosinseln entsandt worden, um ölverschmierte Tiere zu
retten. Mit vielen anderen Helfern und dank der günstigen Meersströmung
konnte eine grössere Katastrophe verhindert werden.
1.14 Herr Dr. von Fersen
bedankt sich bei allen aktiven Helfern von Yaqu Pacha für ihre Mitarbeit.
Sein besonderer Dank gilt: Herrn Thümena für das Abrechnungsprogramm,
Fam. Winter für den Druck der Broschüre, Herrn Dr. Mühling
für die Unterstützung durch den Tiergarten in allen anfallenden
Bereichen und Herrn Andreas Haller für die Ausrichtung der Tombola.
2. Entlastung des Vorstandes
2.1 Frau Haller trug den
Finanzbericht vor. Er liegt - ebenso wie der Bericht über die Rechnungsprüfung
- dem Protokoll bei.
2.2 Der Vorstand betont
noch einmal, dass Dank der vielen Spenden und ehrenamtlichen Helfer "über
70%" der eingenommenen Gelder direkt in die Projekte in Südamerika
fliessen.
2.3 Herr Andreas Haller
beantragt die Entlastung des Vorstandes. Der Antrag wurde in einer offenen
Abstimmung einstimmig angenommen.
3. Bericht über die Projekte in Ecuador (Sacha Pacha, Buckelwale, Umweltpädagogik)
3.1 Sacha
Pacha
3.1.1 Das Projekt "Inia"
im Cuyabeno-Reservat ist zur Zeit wegen der andauernden Guerillakämpfe
nicht weiterführbar.
3.1.2 Von dem Riesenotter-Projekt
in Yasuní liegen zur Zeit noch keine Ergebnisse vor.
3.2 Buckelwale
3.2.1 Das seit 1996 bestehende
Langzeitprojekt im Machalilla Nationalpark wurde fortgeführt. Zuständige
Biologin vor Ort ist Frau Dipl.-Biol. Maria Jose Barragan.
3.2.2 Das Buckelwalprojekt
in Esmeraldas wurde von Frau Dipl.-Biol. Patricia Brtnik weitergeführt.
Es gibt deutliche Hinweise, dass es sich auch in Esmeraldas um ein wichtiges
Fortpflanzungsgebiet handelt. Frau Brtnik erarbeitet zur Zeit einen Foto
ID-Katalog, der neben den Schwanzflossen der Wale auch ihre Rückenflossen
berücksichtigt. Zudem wird an einer Reglementierung des Whale watching-Tourismus
gearbeitet. Im Jahr 2001 kam es zu 11 Strandungen von Buckelwalen, bei
denen sich die Tiere vorher in Fischernetzen verfangen hatten. An diesem
Projekt arbeiteten erstmals in der Geschichte von Yaqu Pacha e.V. Praktikantinnen
mit. Wegen der starken Nachfrage denkt Yaqu Pacha e.V. über die Entwicklung
eines Praktikantensystems nach.
3.3 Umweltpädagogik
3.3.1 In Machalilla und
Esmeraldas arbeiten die Biologen von Yaqu Pacha weiterhin eng mit den Schulen
vor Ort zusammen.
4. Bericht über die Projekte La Plata-Delfin (Argentinien und Brasilien)
In Argentinien ist es aufgrund
politischer Unruhen und der aktuellen wirtschaftlichen Situation des Landes
nicht möglich, das Projekt weiterzuführen.
In Brasilien kann die Langzeitstudie
aber wie vorgesehen weitergeführt werden.
Der Einsatz der "Pinger"
(Signalgeber) in den Fischernetzen führte bisher nicht zu den gewünschten
Erfolgen. Die Delfine verfangen sich zwar deutlich weniger in den so präparierten
Netzen, aber die ebenfalls dort vorkommenden Robben sind an den Pingern
so interessiert, dass sie die Netze zerstören oder sich nun ihrerseits
darin verfangen.
5. Weitere Aktivitäten der Gesellschaft im Jahr 2001
5.1 Die Zeitschrift "unterwasser"
unterstützt Yaqu Pacha e.V. weiterhin durch regelmässige, kostenlose
Werbung.
5.2 Auch das Internet-Tauchmagazin
www.unterwasserwelt.de
unterstützt Yaqu Pacha e.V. durch kostenlose Anzeigenschaltung.
5.3 Dank der Benefizveranstaltung
mit Hannah Stockbauer wird Yaqu Pacha e.V. auch in der Zeitung des Deutschen
Schwimmverbandes genannt.
5.4 Im Magazin des Naturstromanbieters
unit[e] erschien ein Artikel über Yaqu Pacha e.V. Eventuell kommt
es mit dieser Firma zu einer Kooperation. Für angeworbene Kunden könnte
Yaqu Pacha e.V. Provisionen erhalten. Interessierte Mitglieder können
sich über den Naturstromanbieter auf der
Yaqu Pacha-WebSite informieren.
5.5 Durch verschiedene Vorträge
wurde die Arbeit von Yaqu Pacha e.V. weiterhin bekannt gemacht.
5.6 Der erste Vorsitzende
spricht seinen besonderen Dank den aktiven
Mitgliedern in Münster- allen voran Frau Hildegard
Fockele - aus. Durch regelmässige Treffen, Mitgliederwerbung,
Info- und Verkaufsstände ist die Gesellschaft dort sehr gut vertreten.
6. Verschiedenes und Planung für das Jahr 2002
6.1 Generell werden auch
in diesem Jahr alle bestehenden Projekte weitergeführt. In Ecuador
sind dies das "Riesenotterprojekt" in Yasuní, die "Buckelwalprojekte"
in Machalilla und Esmeraldas und die "Umweltpädagogikprojekte" in
Puerto López und Súa. In Brasilien werden die Projekte "La-Plata-Delfin"
und "Umweltpädagogik" weitergeführt. Das Projekt "La-Plata-Delfin"
in Argentinien kann derzeit nicht fortgeführt werden.
6.2 In Súa (Ecuador)
kommt es möglicherweise zu einer Beteiligung an der Betreibung eines
marinen Informations- und Forschungszentrums. Details sind jedoch noch
vollständig zu klären.
6.3 Zusätzlich sollen
neue Projekte unterstützt werden, die den anwesenden Mitgliedern im
einzelnen vorgestellt wurden:
6.3.1 "La Franciscana y
los Niños del Uruguay" ermöglicht eine Ausweitung des La Plata-Delfinprojektes
auf Uruguay. Hier liegt der Schwerpunkt in der Weiterbildung der Bevölkerung.
Die Todesrate der La Plata-Delfine ist dort vor allem deshalb so hoch,
weil viele Fischer noch nicht wissen, dass es sich bei diesen Beifängen
nicht um Fische, sondern um Säugetiere handelt.
6.3.2 Das "La Plata-Delfinprojekt"
kann jetzt auch auf Nordbrasilien ausgeweitet werden.
6.3.3 Yaqu Pacha e.V. wird
Frau Dipl. Biol. Sonja Heinrich, Univ. of St. Andrews, Schottland bei ihrer
Studie "Verteilung, Habitatnutzung und Status der Chilenischen Delfine
und der Peale´s Delfine im Chiloe Archipel in Südchile" in den
Jahren 2002/2003 finanziell unterstützen. Bei diesen kleinen Delfinarten
handelt es sich um Tiere, die in ihrer Heimat hauptsächlich als Köder
gejagt werden. Eine Grundlagenforschung fehlt hier völlig.
6.4 Verschiedenes
6.4.1 "Yaqu Pacha on tour"
- 09.06.2002 - Vortrag von Dr. Lorenzo von Fersen
über Yaqu Pacha im Allwetterzoo Münster
6.4.2 Für Werbezwecke
wird eine PowerPoint™-Präsentation erstellt.
6.4.3 Die WebSite wird noch
dieses Jahr in spanischer und englischer Sprache fertiggestellt.
6.4.4 Das nächste Yaqu
Pacha - Aktuell erscheint Mitte 2002.
6.4.5 Die nächste Benefizveranstaltung
im Tiergarten der Stadt Nürnberg findet am 15.09.2002 statt. Es werden
noch Ideen und Prominente gesucht.
6.4.6 Frau Mathieu fragt,
ob es möglich sei, Werbegelder über die Internetseite einzunehmen.
6.4.7 Da der Mitgliedsbeitrag
seit 10 Jahren unverändert geblieben ist, wurde über eine Erhöhung
diskutiert. Nach eingehender Beratung einigten sich die Anwesenden einstimmig
auf folgende, ab dem Jahr 2003 gültigen Jahresbeiträge:
- 20 Euro für Schüler, Studenten und Auszubildende
- 30 Euro für Einzelpersonen
- 50 Euro für Familien
- 150 Euro für juristische Personen bei gleichzeitiger Nennung und
Verlinkung auf der Yaqu Pacha WebSite.
6.4.8 Es besteht weiterhin
der Wunsch, die Yaqu Pacha - Uhr neu zu gestalten. Das neue Motiv "Orca"
wurde den Anwesenden vorgestellt. Da eine Mindestauflage von 1000 Stück
jedoch die finanziellen Möglichkeiten übersteigt, wurde erneut
vorgeschlagen, die Auflage mit dem Tiergarten Nürnberg zu teilen.
Herr Haller wird sich darum kümmern.
6.4.9 Herr Winter schlägt
vor, von Yaqu Pacha organisierte Ökoreisen durchzuführen. Herr
Dr. von Fersen räumt jedoch ein, dass solche Reisen - sollen sie Gewinn
bringen - von eigenen Mitarbeitern organisiert werden müssen. Für
eine erfolgreiche Planung und Durchführung fehlen jedoch die Kräfte
vor Ort.
6.4.10 Herr Wehner bietet
Räumlichkeiten für Werbung und Veranstaltungen im Raum Kissingen
an. Ebenso könnte er Spenden-Sammlungen für Yaqu Pacha e.V. durch
Schulklassen organisieren. In diesem Zusammenhang erwähnt Dr. von
Fersen noch einmal, dass es ab Juni die neue PowerPoint-Präsentation
geben wird, die es jedem engagierten Mitglied ermöglicht, Vorträge
zu halten und Werbung zu machen.
6.4.11 Herr Winter fragt
an, ob es nicht aus Imagegründen sinnvoll wäre, z.Z. aktuelle
Schweinswalprojekte in der Ostsee zu fördern. Da es aber zum einen
schon sehr viele Organisationen gibt, die sich darum bemühen (im Gegensatz
zu Projekten in Südamerika) und zum anderen die Satzung von Yaqu Pacha
e.V. eine Beteiligung an ausserhalb von Südamerika gelegenen Projekten
verbietet, wurde diese Anregung abgelehnt.
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