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ABSCHLUSSBERICHT
2001
Buckelwalprojekt
Esmeraldas
von Patricia
Brtnik - Dipl. Biologin - yaqu pacha |
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RÜCKBLICK
| Im
Jahr 2000 wurde das Buckelwalprojekt an die Nordküste Ecuadors ausgeweitet.
Dies war nicht nur in Hinsicht auf die Erforschung der Habitatnutzung der
Tiere sehr interessant. Es eröffnete auch für yaqu pacha
die Möglichkeit, den dort entstehenden whale-watching Tourismus von
Beginn an zu kontrollieren und für die in Walbeobachtung noch völlig
unerfahrenen Fischer von Súa (Esmeraldas), Fortbildungskurse und
Seminare zu geben. Durch diese Kurse und den Einfluss von yaqu pacha
war es möglich, nicht nur die Fischer für ein ökologisches
und kontrolliertes whale-watching zu begeistern. Auch die Kantonsverwaltung
und die Marine interessierten sich sehr für die whale-watching Problematik. |
BUCKELWALPROJEKT
SÚA, ESMERALDAS 2001
AKTIVITÄTEN
| Forschung |
| Die
Datenaufnahme im Feld erfolgte von Mitte Juni bis Mitte September. Nach
Möglichkeit fuhren wir jeden Tag mit den Touristenbooten raus, um
die Datenaufnahme durchzuführen. Da der Bekanntheitsgrad von Súa
(Esmeraldas) für den whale-watching Tourismus, im Vergleich zu Puerto
Lopez (Machalilla), noch relativ gering ist, war die Datenaufnahme sehr
abhängig von der Anzahl der Touristen. Da wir 2 Kameras zur Verfügung
hatten, war es jedoch auch möglich auf zwei verschiedenen Booten zu
den Walen zu fahren. Es wurden Aufnahmen der Fluken und Rückenfinnen
für die Foto-Identifikation gemacht und Daten über Gruppenzusammensetzung
und Verhalten gesammelt. Mit Hilfe eines GPS konnten wir die genauen Positionen
der Tiere für die Habitatnutzung ermitteln. |
| Seminare
und Fortbildungen |
| Die
im Jahr 2000 begonnenen Seminar- und Fortbildungsreihen für die Kapitäne
über die Ökologie der Wale und über das whale-watching wurde
in dieser Saison weitergeführt. Das von mir vorbereitete Seminar mit
dem Thema: Introducción a la biología y comportamiento
de la ballena jorobada, (Einführung in die Biologie und das Verhalten
der Buckelwale) das bereits für Februar 2001 geplant war und aus
terminlichen Gründen verschoben werden musste, wurde dann zusammen
mit dem von Cesar Alberto Yumiseva (yaqu pacha) vorbereiteten Seminar mit
dem Thema: Cetáceos en Ecuador (Wale und Delfine in Ecuador)
im Juni von ihm gehalten. Die Teilnahme an diesen Seminaren war Voraussetzung
für die Kapitäne, um die Erlaubnis zur Führung eines whale-watching
Bootes zu erhalten. |
| Asociación
Aventuras del Mar |
| Die
Fischer aus Súa und dem Kanton Atacames schlossen sich zu einer
Vereinigung (Asociación Aventuras del Mar) zusammen, um mit Touristen
arbeiten zu können.
yaqu pacha half aktiv an deren Aufbau mit
und wir unterstützten sie mit unserem Fachwissen bei der Ausbildung
der Kapitäne. Des weiteren erklärten wir den Touristen die Ökologie
der Buckelwale und die Arbeit von yaqu pacha. Die Asociación
verpflichtete sich eine Abgabe an yaqu pacha zu leisten damit wir
weitere Seminare abhalten können und unsere Forschungsarbeit fortführen
können. |
| Regulierung
des whale-watching |
| Durch
Verhandlungen mit der “Asociación Aventuras del Mar”, der Kantonsverwaltung
sowie der Marine, die im Jahr 2000 begonnen haben und 2001 intensiviert
und konkretisiert werden konnten, war es möglich eine interne Regulierung
der whale-watching Aktivitäten zu erreichen. Auch wenn keine Gesetze
erlassen wurden war es möglich, Absprachen bezüglich der Zahl
der pro Tag operierenden Boote und der Qualifizierung der Kapitäne
zu treffen. Die "Asociación Aventuras del Mar" war die einzige mit
der offiziellen Erlaubnis des Umwelt- und Tourismusministerium, whale-watching
Tourismus zu betreiben. Personen die ohne die Erlaubnis und ohne Schulung
von yaqu pacha operierten, oder sich nicht an die Regeln des whale-watching
hielten, wurden von der Marine mit einer Strafe belegt. Inzwischen zeigt
auch das Umwelt- und Tourismusministerium grosses Interesse daran eine
nationale Regulierung zu finden. |
| 1.
Festival de la ballena in Súa |
| Am
29. Juni 2001 fand das erste "Festival de la ballena" (Wal-Festival) in
Súa statt. Da ich erst kurz zuvor in Súa eintraf, konnten
wir nur bei den allerletzten Vorbereitung mithelfen und verhindern, dass
der ganze Event als Werbung für den Tourismus aufgezogen wurde und
ein paar ökologische Aspekte mit einbringen. Das ganze war mehr oder
weniger ein Chaos und noch bevor alle Redner (auch
yaqu pacha) zu
Wort kamen, stürmten die Gäste bereits die Boote um zu den Walen
zu fahren. |
| yaqu
pacha baut ein Meeresschutz- und Forschungszentrum mit Unterstützung
der UN |
| Im
Jahr 2000 hatte yaqu pacha, allen voran die Koordinatorin von yaqu
pacha-Ecuador, Dr. Judith Denkinger, die
Idee, ein Meeresschutz- und Forschungszentrum mit Museum in Súa
zu bauen. Mit Hilfe von Projektgeldern von den Vereinten Nationen kann
dieses Gemeinschaftsprojekt von yaqu pacha und der "Asociación
Aventuras del Mar“ nun tatsächlich verwirklicht werden! Die Kantonsverwaltung
von Atacames stellt dafür ausserdem den Bauplatz in Súa zur
Verfügung. In unzähligen Sitzungen wurden die Mitglieder darauf
vorbereitet und Teile des Projektes, wie aktiver Umweltschutz und Umwelterziehung,
erklärt und diskutiert. Im August 2001 war ein Gutachter der Vereinten
Nationen zu Besuch um das Projekt zu begutachten, im Dezember 2001 erhielten
wir die Zusage über 50.000 US$ und im Februar dieses Jahres wurde
der Grundstein für das Meeresschutz- und Forschungszentrum in Súa
gelegt! |
| Finanzierung |
| Das
Buckelwalprojekt in Súa konnte durch eine Co-Finanzierung (5000
US$) der Provinzverwaltung von Esmeraldas (Consejo Provincial de Esmeraldas)
auch im Jahr 2001 erfolgreich durchgeführt werden. |
| Mitarbeiter |
| Insgesamt
waren 3 Praktikantinnen in Súa beschäftigt. Drea Chowanietz
(yaqu pacha) arbeitete von Juni 2001 bis Januar 2002 für dieses Projekt.
Von Juni bis September arbeitete sie im Feld bei der Datenaufnahme und
von Oktober bis Januar half sie bei der Datenauswertung und beim Scannen
der Dias. Sie war eine ausgesprochene gute und unerlässliche Hilfe,
die völlig selbständig arbeiten konnte und ohne deren Mitarbeit
das Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Zusammen
mit Lotta von Kutzleben, die im Juni als Praktikantin tätig war, startete
in meiner Abwesenheit die Feldsaison im Juni. Alexandra Hoffmann, eine
Biologiestudentin aus Deutschland war für 2 Monate für yaqu
pacha tätig. Sie half bei der Datenaufnahme im Feld und bei der
Datenauswertung in Quito und arbeitete ebenfalls ausgesprochen gut und
selbständig. |
| Logistik |
| Durch
die schon im Vorjahr ausgehandelten Absprachen, war es uns auch in diesem
Jahr möglich, die whale-watching Boote (kleine einmotorige Fischerboote)
für die Datenaufnahme zu nutzen. Die wichtigste Basis war der Katamaran
von Aurelio, der die besten Voraussetzungen hat, um gute Bilder und Daten
aufnehmen zu können. Als Unterkunft wurde das Hotel Shaman in Súa
genutzt, dessen Besitzer und Verwalter von der Arbeit von yaqu pacha
sehr begeistert sind und uns im Preis und in der Nutzung des Hotels sehr
entgegen kamen. |
| Tabelle
1: Gesamtdaten Überblick |
|
Datenerhebung
|
|
Zeitraum
|
11.06. - 17.09.2001
|
|
Tage
|
61
|
|
Ausfahrten
|
65
|
|
Sichtungen
|
249
|
|
Effort
|
201h
|
|
# der Tiere
|
532
|
|
Adulte
|
504
|
|
Kälber
|
28
|
|
Wale/Std.
|
2,6
|
|
min
|
0,0
|
|
max
|
6,3
|
|
SD
|
1,43
|
|
Kälber/Std.
|
0,3
|
|
min
|
0,0
|
|
max
|
1,4
|
|
SD
|
0,40
|
|
| Tabelle
2: Überblick Gruppengrösse |
| |
MW
|
SD
|
Range
|
# Tiere
|
|
Juni
|
3
|
1,93
|
1 - 8
|
45
|
|
Juli
|
1,9
|
1,24
|
1 - 10
|
243
|
|
August
|
2
|
1,19
|
1 - 6
|
157
|
|
September
|
2,3
|
1,16
|
1 - 5
|
87
|
|
gesamt
|
2,1
|
2,18
|
1 - 10
|
532
|
|
| Abb.1:
Monatliche Verteilung der Gruppengrösse |
|
| Tabelle
3: Prozentuale Verteilung der Gruppengrössen |
|
Prozentuale Verteilung
der Gruppengrösse
|
|
1
|
2
|
3
|
4
|
5
|
6
|
7
|
8
|
9
|
10
|
|
Juni
|
6,7
|
13,3
|
20,0
|
26,7
|
33,3
|
40,0
|
46,7
|
53,3
|
0,0
|
0,0
|
|
Juli
|
5,3
|
10,7
|
16,0
|
21,3
|
26,7
|
32,0
|
37,3
|
42,7
|
0,0
|
0,0
|
|
August
|
6,9
|
13,9
|
20,8
|
27,7
|
34,6
|
41,6
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
|
September
|
18,2
|
36,5
|
54,7
|
72,9
|
91,1
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
|
gesamt
|
34,9
|
42,4
|
13,3
|
3,5
|
2,7
|
2,4
|
0,0
|
0,4
|
0,0
|
0,4
|
|
| Abb.2:
Prozentuale Verteilung der Gruppengrösse |
|
| Abb.
3: Saisonale Veränderung der Gruppengrösse |
|
| Tabelle
4: Übersicht Kälber |
| #
Sichtungen |
28
|
| August |
15
|
| September |
13
|
| Gruppengrösse |
2,7
|
| August |
2,6
|
| September |
2,9
|
| Abundance |
0,29 K/h
|
|
ABUNDANCE
(Häufigkeit der Sichtungen)
| Saisonaler
Überblick |
|
Saison
|
Stunden
|
Wale
|
W/Std
|
min
|
max
|
SD
|
|
11.6.-24.6.
|
23
|
42
|
1,8
|
0,3
|
2,7
|
0,97
|
|
25.6.-8.7.
|
27
|
62
|
2,3
|
0,5
|
5,8
|
1,63
|
|
9.7.-22.7.
|
38
|
135
|
3,6
|
1,4
|
8,0
|
1,8
|
|
23.7.-5.8.
|
26
|
63
|
2,4
|
1,3
|
5,0
|
1,17
|
|
6.8.-19.8.
|
33
|
69
|
2,1
|
0,0
|
4,0
|
1,37
|
|
20.8.-2.9.
|
24
|
79
|
3,3
|
0,9
|
4,7
|
1,23
|
|
3.9.-17.9.
|
29
|
82
|
2,8
|
1,1
|
6,3
|
1,7
|
|
| Abb.4:
Saisonale Veränderung der Abundance |
|
| Überblick:
saisonale Abundance von Kälbern |
|
Datum
|
Stunden
|
Kälber
|
K/Std
|
min
|
max
|
SD
|
|
23.7-5.8.
|
26
|
2
|
0,08
|
0,0
|
0,4
|
0,20
|
|
6.8-19.8
|
33
|
4
|
0,12
|
0,0
|
0,4
|
0,14
|
|
20.8-2.9.
|
24
|
9
|
0,37
|
0,0
|
1,4
|
0,58
|
|
3.9-17.9
|
29
|
13
|
0,44
|
0,0
|
1,3
|
0,34
|
|
| Abb.5:
Saisonale Abundance von Kälbern |
|
| Vergleich:
Esmeraldas / Machalilla |
|
Wale/Stunde
|
Effort (Std)
|
|
Esmeraldas
|
2,6
|
201
|
|
Machalilla
|
2,4
|
240
|
|
| Abb.6:
Vergleich der Abundance Esmeraldas (Esm) und Machalilla (PNM) |
|
| Abb.7:
Saisonaler Vergleich der Abundance Esmeraldas (Esm) und Machalilla (PNM) |
|
| Vergleich:
Kälber |
|
Kalb/Stunde
|
Effort (Std)
|
|
Esmeraldas
|
0,31
|
91
|
|
Machalilla
|
0,15
|
123
|
|
| Abb.8:
Vergleich der Abundance von Kälbern Esmeraldas (Esm) und Machalilla
(PNM) |
|
| Abb.
9: Saisonaler Vergleich der Abundance von Kälbern Esmeraldas (Esm)
und Machalilla (PNM) |
|
 |
STRANDUNGEN
In
der Provinz Esmeraldas kam es in dieser Saison zu 2 Strandungen von Buckelwalen
und 3 Strandungen von Delfinen. Die Strandungen ereigneten sich alle in
Súa. Der Strandungsgrund war unbekannt. |
| Ein
Buckelwalkalb strandete in der Nähe von Muisne. Als uns die Nachricht
erreichte, konnten wir nur noch ein paar Knochen sichern. Beschreibungen
der Bewohner lassen jedoch keine Zweifel daran, dass es sich um ein Buckelwalkalb
handelte. Die 2. Strandung ereignete sich in Punta Galera, einem kleinen
Fischerdorf in der Nähe von Súa. Dabei handelte es sich um
einen ein- oder zweijährigen männlichen Buckelwal. Der Strandungsgrund
war eindeutig Tod in einem Fischernetz. Die Bewohner dieses Ortes machten
uns leider sehr grosse Probleme, als wir das Tier begutachten und fotografieren
wollten. Sie verlangten Geld von uns, damit wir das Tier sehen durften |
|
(der
Preis stieg bis zu 1000 US$). Als ich mich darauf nicht einliess und schliesslich
die Erlaubnis des zweiten Ortsvorstehers hatte, ersuchte ich an den Strand
zu fahren (mit einem Fischerboot von Súa). Wir wurden dann von zwei
Booten angegriffen, die uns hinderten anzulegen und versuchten, unser Boot
zum Kentern zu bringen.
Erst
als ich am nächsten Tag in der Begleitung der Marine kam, konnten
wir das tote Tier sehen und fotografieren.
Meine
Bemühungen, die Angreifer von der Marine verhaften zu lassen, blieben
leider ohne Erfolg.
Dieser
traurige und erschreckende Vorfall zeigt, dass es unbedingt erforderlich
ist, in diesem Gebiet mit Umwelterziehung zu beginnen. |
|
|
BEURTEILUNG
| Forschung |
Die
Forschungsarbeiten an Buckelwalen in Súa (Esmeraldas) waren in Anbetracht
unserer Mittel sehr zufriedenstellend. Es hat sich klar herausgestellt,
dass auch der Küstenabschnitt im Kanton Atacames als Reproduktionsgebiet
genützt wird. Berichte von Buckelwalsichtungen an den verschiedensten
Orten entlang der gesamten ecuadorianischen Küste zeigen, dass vermutlich
der gesamte Küstenabschnitt als Reproduktionsgebiet genützt wird.
Erste Vergleiche der Vorkommen von Kälbern (gesichtete Wale pro gesuchte
Stunde), mit den Ergebnissen der Daten, die von Maria José Barragan
(yaqu pacha) in Puerto Lopez (Machalilla) aufgenommen wurden, zeigen, dass
sich tendenziell mehr Kälber vor der Küste in Esmeraldas aufhalten.
Dies geschieht jedoch mit einer saisonalen Abhängigkeit. Die erste
Sichtung eines Kalbes in Puerto Lopez (Machalilla) war am 4. Juli, wohingegen
die erste Kalbsichtung in Súa (Esmeraldas) erst am 4. August, zu
verzeichnen war. Im August nahm das Vorkommen von Kälbern in Súa
dann zu, wohingegen sie in Puerto Lopez abnahm. Interessant ist nun die
Frage, ob diese Verschiebung im Zusammenhang mit dem whale-watching Tourismus
steht oder ob die Buckelwale spezielle Aufzuchtsgebiete nutzen. Interessant
ist diese Frage auch in Hinblick auf eine Einrichtung eines Schutzgebietes
für Buckelwale, speziell für Weibchen mit Kälbern. Dies
wurde inzwischen auch schon mit dem Umweltministerium diskutiert. Dazu
sind allerdings noch weitere und speziellere Daten und Untersuchungen nötig.
Der
Vergleich des Vorkommens von sämtlichen Buckelwalen (Adulttiere und
Kälber) von Súa und Puerto Lopez zeigen, wie auch schon bei
den Kälbern, eine höhere Zahl von Tieren in Súa als in
Puerto Lopez und auch hier, eine saisonale Verschiebung. Insgesamt haben
wir ca. 100 Fluken, die für die Photo-Identifikation genützt
werden können. In diesem Jahr haben wir begonnen auch die Rückenfinnen
zur Identifizierung und zur Populationsschätzung heranzuziehen. Die
Auswertung für die Populationsschätzung ist zum momentanen Zeitpunkt
noch im Gange.
Die
Daten über die Habitatnutzung befinden sich momentan noch in der Auswertung.
Mein erster subjektiver Eindruck ist, dass sich die Tiere in Súa
näher an der Küste aufhalten. Súa ist als Forschungs-Standpunkt
sehr gut, vor allem in der nächsten Saison in Zusammenarbeit mit unserem
"Centro de Conservación Marina" (Meeresschutz- und Forschungszentrum).
So kann Forschung direkt mit der Umwelterziehung verbunden werden. Die
Ergebnisse werden dort ausgestellt und die Fischer und Besucher bekommen
einen direkten Einblick in unsere Forschungsarbeiten und haben somit auch
einen besseren Überblick, was vor ihrer Tür passiert und warum
es Regeln beim whale watching zu beachten gibt. Ein negativer Punkt ist
die Logistik in Hinblick auf die Erforschung der Habitatnutzung. Mit den
einmotorigen Fischerbooten ist es leider nur möglich am Morgen für
ca. 3 Stunden Wale zu beobachten. |
|
|
Fluke mit individueller
Zeichnung
|
|
|
Rückenfinne
|
|
Um die
Kosten zu senken, werden auch keine allzu grossen Strecken zurückgelegt
um Wale zu suchen. Mit Aurelio und dem Katamaran ist für die nächste
Saison geplant, Transekte zu fahren, die von den Touristen bezahlt werden.
Da sein Boot grösser und stabiler ist, ist es möglich bis zum
Nachmittag, wenn die Wellen für die kleinen Booten zu hoch sind, nach
Walen Ausschau zu halten und Daten zu sammeln. |
| Whale
watching |
| In
diesem Jahr haben wir grosse Fortschritte gemacht, was die Reglementierung
des whale watching und die Schulung von Kapitänen betrifft. Die Fischer
waren sehr an unseren Seminaren und Kursen interessiert. Die Regeln des
whale watching wurden im allgemeinen strikt eingehalten und fast alle zeigten
ein äussert gutes Fahrverhalten und wollten auch während den
Fahrten ständig Neues über die Wale und ihr jeweiliges Verhalten
wissen. Zum Teil gaben sie selbst den Touristen Erklärungen zu den
Walen ab. Es entstand auch eine interne Kontrolle. Kapitäne achteten
darauf wie sich die anderen verhielten und jeder Verstoss gegen die Regeln
wurde mir gemeldet. Leider gab es auch sehr viel Neid und Streitereien
mit handfesten Auseinandersetzungen zwischen Fischern der Asociación
und Fischern die nicht organisiert sind. Es gab viele "Piraten", die ohne
Erlaubnis des Ministeriums und ohne Schulungen Touristen auf Walbeobachtungstouren
mitnahmen. Dies wird in der Zukunft ein grosses Problem werden. An sämtlichen
Küstenabschnitten wird nun whale-watching angeboten. In diesem Jahr
hielt sich diese Zahl noch in Grenzen, aber die Tendenz ist steigend. Das
Umwelt- und Tourismusministerium, schaltet sich nun aber endlich ein. In
diesem Jahr gab es den ersten Erlass, in dem spezielle Häfen, von
denen aus whale watching betrieben werden darf, ausgezeichnet wurden. Des
weiteren braucht man nun eine ministerielle Erlaubnis. Es ist auch im Gespräch
die Kurse für das whale-watching auszuweiten. In diesem Jahr, konnte
ich eine offizielle Schulung für das Umweltministerium in Bahía
geben. Patricio Tamaris, vom Umweltministerium in Guayaquil, zeigte sich
in einem Gespräch mit mir sehr daran interessiert, auch in Zukunft
Biologen von yaqu pacha für diese Schulungen einzusetzen. Er
wird einen Kostenvorschlag dazu einreichen. Maria José Barragan
und ich hatten auch eine Unterredung im Umweltministerium in Quito hinsichtlich
der whale-watching Problematik. Sie zeigen grosses Interesse eine Regulierung
und Gesetze zu schaffen. Ein erster Vorschlag wurde von uns eingereicht.
Eine Besprechung im Dezember wurde leider verschoben und bis zum heutigen
Tag konnten wir noch keinen neuen Termin mit ihnen finden. Bisher können
sich die Ministerien leider auch noch nicht einigen in welchen Aufgabenbereich
dies fällt. Ministerium für Umwelt und Tourismus oder Verteidigung
(Marine). Abschliessend kann man jedoch sagen, dass zumindest ein grosser
Schritt in die richtige Richtung getan ist. Die Ministerien zeigen Interesse
für diese Problematik und versuchen Lösungen zu finden. |
| Strandungen |
| Die
Anzahl der Strandungen und Sichtungen von Walen mit Netzen ist sehr besorgniserregend.
In den letzten Jahren wurde nie von Strandungen berichtet und in diesem
Jahr stieg die Zahl auf 6 tote Wale und 5 Wale mit Resten von Netzen am
Körper und Verletzungen an. Auch hinsichtlich dieser Problematik hatten
Maria José Barragan und ich eine Unterredung im Umweltministerium,
wo wir auch unseren Bericht hinterlassen haben. Die erste Reaktion lässt
jedoch befürchten, dass es hinsichtlich dieses Problems äusserst
schwierig sein wird eine Lösung zu finden. |
ANDERE
AKTIVITÄTEN
| Schulung
der whale watching Kapitäne für das Umweltministerium |
| Im
Auftrag des Umweltministeriums konnte ich auch einen Fortbildungskurs für
Kapitäne und Tourismusstudenten in Bahía geben. Dort ist für
das nächste Jahr der Aufbau eines whale-watching Tourismus geplant. |
| Verhaltensbeobachtungen
auf der Isla de la Plata |
| Das
von mir, für meine Diplomarbeit begonnene Monitoring des Einflusses
von whale-watching Booten auf das Verhalten der Wale, wurde in dieser Feldsaison,
auf der Isla de la Plata weitergeführt. Mir standen 3 Studenten (2
ecuadorianische und 1 deutsche) für die Durchführung der Beobachtungen
zur Verfügung. Von ursprünglich 3 geplanten Beobachtungswochen,
konnten wir jedoch das Monitoring nur während einer Woche im August
durchführen, da sich das Haus auf der Isla de la Plata im Umbau befand
und somit keine Logistik vorhanden war. Die Daten befinden sich momentan
noch in der Auswertung. Es ist jedoch aufgrund der geringen Datenanzahl
fraglich, inwieweit diese genutzt werden können. |
| Expedition
Ballenas libres |
| Von
19. September bis 9. Oktober konnte ich im Auftrag des CPPS (Comición
Permanente del Pacífico Sur) an der Expedition "Ballenas libres"
nach Galapagos teilnehmen. "Ballenas libres" ist ein Projekt peruanischer
Journalisten und Fotografen, die in Zusammenarbeit mit Biologen, Umwelterziehung
zum Thema Wale betreiben. Das Projekt wird vom CPPS und TIM (peruanische
Telefongesellschaft) gesponsert. Unsere Forschungsarbeit wurde übers
Internet verbreitet. Weiterhin konnten sich Schüler via Satellitentelefon
direkt mit uns in Verbindung setzen und Fragen zu Walen und Biologie stellen.
Neben der WebSite
werden demnächst Bücher und Videos von sämtlichen Expeditionen
veröffentlicht. |
|
Eine Reportage
über unsere Reise wurde bereits im peruanischen Fernsehen ausgestrahlt.
Für die Biologen ergibt sich die Möglichkeit, das Vorkommen sämtlicher
Cetaceen im Südpazifik zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt in der
Untersuchung des Vorkommens von Pottwalen liegt.
Als
feste Biologen sind Robert Clark und seine Frau Obla Paliza, zwei Pottwalexperten,
eingestellt. Fernando Felix, ein ecuadorianischer Biologe und ich waren
für die Expedition nach Galapagos eingeladen und es besteht die Aussicht
an weiteren Exkursionen teilzunehmen. Es sind noch Transekte in Chile,
Peru und Kolumbien geplant.
Sehr
besorgniserregend ist die Tatsache, dass es zu keiner Pottwalsichtung kam,
weder in Galapagos noch bei den ersten zwei Expeditionen in peruanischen
Gewässern. Robert Clark hat jedoch in früheren Jahren in diesen
Breitengraden Pottwale gesichtet und diese Gebiete bieten auch die optimalen
Voraussetzungen für den Pottwal. |
|
Der Grund
für das Verschwinden der Pottwale steht vermutlich in Zusammenhang
mit der Überfischung der Riesenkalmare, der vermutlich einzigen Nahrung
der Pottwale. Robert Clark und Obla Paliza versuchen schon seit Jahren
die peruanische Regierung auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Bisher
leider ohne Erfolg.
Durch
diese Expeditionen und die Veröffentlichung der dabei gewonnenen Daten
erhofft man, eine Regulierung der Fischerei zu erreichen. Infos zu "Ballenas
libres" finden Sie unter
www.biosfera.com.pe |
|
Gruppenbild
v.l.n.r.: Igor Asheshov (Produzent), Patricia Brtnik (Biologin),
Robert Clark (Biologe),
Juan Subauste (TV-Reporter),
Javier Modenesi (Assistent),
Fotos: Alejandro Balaquer
|
|
Vielen Dank
für Ihr Interesse!
Ihre
Patricia
Brtnik |
|
Im yaqu pacha-Büro
bei der Auswertung.
|
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