Erdölkatastrophe
bedrohte Galapagos yaqu pacha entsandte Experten-Team
(Januar 2001)
| Die Galapagos Inseln gehören
aufgrund ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt zu den ökologisch
wertvollsten Gebieten unseres Planeten. Fast 50% aller Vogelarten, über
30% der Pflanzenarten, 25% der Fischarten und fast alle Reptilienarten
die auf Galapagos vorkommen, sind endemisch. D.h. sie kommen nur hier vor.
Die Inseln beherbergen somit eine einmalige Tier und Pflanzenvielfalt,
die jedoch äusserst anfällig gegenüber Umwelteinflüssen
ist. Aus diesem Grunde erklärte die Regierung Ecuadors die Galapagos-Inseln
im Jahre 1959 zum Nationalpark. Es folgte im Jahre 1978 die Entscheidung
der UNESCO die Galapagos-Inseln zum Weltnaturerbe zu erklären. Nun
drohte diesem einmaligen Gebiet eine Ölpest grösseren Ausmasses.
Nach der Havarie des Tankers Jessica waren über 600.000 Liter Dieselöl
und Heizöl in die Gewässer rund um die Insel San Cristobal geflossen. |
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| Havarierter Tanker Jessica
- Im Vordergrund Seelöwen in der Brandung |
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| Das
auslaufende Dieselöl hatte bereits einen Teppich von ca. 3.000 Quadratkilometer
gebildet. Besonders betroffen waren die Inseln San Cristobal, Isabela und
Floreana. Kurz nachdem die Meldung in Ecuador bekannt wurde hat yaqu
pacha Kontakte zu seinen Mitarbeitern in Brasilien aufgenommen. Im
Süden des Landes befindet sich das „Center for the Recovery of Marine
Animals“ der Federal University of Rio Grande, welches sich seit vielen
Jahren mit grossem Erfolg aktiv bei der Rehabilitation ölverseuchter
Tierarten beschäftigt. Drei Wochen lang waren im Auftrag von yaqu
pacha der erfahrene Tierarzt Dr. Rodolfo Pinho da Silva und ein Mitarbeiter
von yaqu pacha-Ecuador auf Galapagos. Dr. Pinho da Silva ist auch
Mitglied des „International Oiled Wildlife Team“ und hatte nicht nur zusammen
mit anderen Experten beim Säubern von mit Öl verschmutzten Tieren
geholfen, sondern auch das dort helfende Militärpersonal ausgebildet. |
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Laut
Angaben der Wissenschaftler waren u.a. Seelöwen, Pelikane, Kormorane
und Tölpel von der Ölkatastrophe bereits betroffen. Weiterhin
werden auch noch in Zukunft erhebliche Schäden für die Unterwasserwelt
befürchtet. Obwohl der Wind den Ölteppich ins Meer getrieben
hatte, wird das genaue Ausmass der Katastrophe erst in einigen Monaten
zu spüren sein.
Genaue Angaben über
Anzahl der verschmutzten Tiere und der betroffenen Tierarten liegen noch
nicht vor.
Die
Wirkung von Erdöl auf Wildtiere
Durch Hautkontakt, Einatmen
oder Verschlucken hat Erdöl negative Auswirkung auf die Tiere. Nicht
nur die Federn werden verklebt, sondern auch die inneren Organe (Lungen,
Nieren, Leber und Verdauungstrakt) werden beschädigt. |
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Der erste und offensichtlichste
negative Effekt ist die Verschmutzung des Lebensraumes und somit auch der
Nahrungsquelle, seien dies nun Fische, Pflanzen oder ähnliches. Nicht
immer kann man allerdings die Ausmasse einer solchen Katastrophe beurteilen,
da es oft noch jahrelang negative Folgen haben kann.
Am meisten betroffen sind
jene Tiere, die im Wasser leben und/oder dort ihre Nahrung suchen. Im Falle
eines Vogels erlaubt die Struktur der Federn den Vögeln „waterproofed“
und somit thermoisoliert zu sein. Durch das Öl wird diese Eigenschaft
des Gefieders zerstört. Der verschmutzte Vogel ist somit nicht mehr
in der Lage, seine Körpertemperatur zu halten und unterkühlt.
Meist kann er auch nicht mehr richtig fliegen und schwimmen. Viele Tiere
meiden somit das Wasser und verhungern an Land. Verätzungen der Haut
und des Auges sind ebenso häufig.
Vorgehensweise
der Mitarbeiter von yaqu pacha
Die erste und wichtigste
Aufgabe ist, die Tiere frühzeitig einzusammeln und zu behandeln. Je
länger das Öl in und auf ihrem Körper verbleibt, desto schwerwiegender
sind die Gesundheitsschäden.
Da diese Tiere unterkühlt
und unterernährt sind, wird zunächst durch Zugabe von Flüssigkeiten
ihr Zustand stabilisiert. Nachdem das Tier einen stabilen Gesundheitszustand
zeigt, wird die erste Grundreinigung durchgeführt. Aus Rachenraum
und Nasenöffnungen wird das Öl entfernt, ebenso werden die Augen
gespült. Danach wird der ganze Vogel mit Geschirrspülmittel gewaschen
um zu verhindern, dass das Öl in den Körper dringt. Nach diesem
Waschvorgang muss sichergestellt werden, dass die Tiere mindestens 2 Mal
täglich schwimmen. Denn besonders danach reinigen die Tiere ihr Federkleid
und fetten dann ihre Federn mit einem Sekret aus der Bürzeldrüse
ein. Dies ist besonders wichtig, um sie wieder „wasserfest“ zu machen (sind
die Tiere nicht wasserfest, haben sie keinen Schutz vor dem kalten Wasser,
und können nicht überleben).
Diese Vorgänge müssen
je nach Grad der Kontamination bis zu 12 Mal wiederholt werden. |
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| Dr. Rodolfo Pinha da Silva
beim Säubern eines Pelikans |
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Während dieser Reinigungsphase
werden die Tiere mit Fisch zwangsgefüttert.
Mit dem Fisch bekommen die
Vögel auch die nötigen Vitamine und Mineralstoffe verabreicht.
Erreichen die Tiere ihr normales Gewicht (zwischen 2,7 und 3,0 kg), rücken
sie in die nächste Stufe vor. Dann erfolgt die Prüfung auf ihre
Wasserfestigkeit. Sie müssen eine Stunde schwimmen und dann wird jedes
Tier einzeln genommen und zum „Grading“ gebracht. Dabei wird das Gefieder
überprüft, es dürfen keine nassen Stellen im Untergefieder
und auf der Haut sein.
Da das verschluckte Öl
die roten Blutzellen zerstört, leiden manche Vögel an Blutarmut.
Also wird von allen Tieren Blut genommen und untersucht. Die Vögel
werden mit Eisen- und Vitaminpräparaten behandelt. Nachdem sicher
gestellt wird, dass die Tiere wieder gesund sind werden sie in Transportkisten
an den ursprünglichen Standort gebracht, um sie wieder frei zu lassen.
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