Home
yaqu pacha
Projekte
Aktuell
Tiere
Team
Förderung
Links
Kontakt
Allgemeines Südamerika Deutschland
Foto-ID: Der Personalausweis vieler Wale
Verhaltensbiologische und ökologische Untersuchungen an bestimmten Tierarten erfordern die genaue Identifikation einzelner Individuen einer Population. So markieren zum Beispiel Bienenforscher ihre Versuchstiere mit Farbflecken, um sie aus der Ferne erkennen zu können. Andere Biologen, darunter die Walforscher, hatten es diesbezüglich in der Vergangenheit schwerer: Sie arbeiten mit Tieren, die eine solche Markierung nicht erlauben. In den vergangenen 25 Jahren hat man jedoch herausgefunden, dass Wale und Delfine durch natürliche Merkmale voneinander unterschieden werden können. Bei Buckelwalen können einzelne Individuen aufgrund der schwarz-weissen Fleckenmusterung an der Unterseite der Fluke erkannt werden. Bei anderen Walarten, wie dem Glattwal, dienen Grösse und Anordnung der Schwielen auf dem Kopf zur Identifikation. Bei Schwertwalen ist die Form der Rückenfinne und des grauen Sattelflecks am Rücken besonders kennzeichnend. Dank dieser individuellen Merkmale, die fotografisch festgelegt werden können, wird ein Foto-ID Katalog erstellt.
Seit 1996 machen Biologen unserer Gesellschaft yaqu pacha von dieser Foto-ID Methode Gebrauch, um einzelne Buckelwale im Gebiet um die Insel La Plata und seit 2000 auch an der Küste vor Esmeraldas zu identifizieren. 
Fluken
Rückenfinnen
Hier sieht man deutlich die unterschiedliche
Zeichnung der Fluken.
Auch die Form der Rückenfinnen wird bei
Buckelwalen zur Foto-ID genutzt.
Auch im Rahmen das Projekts "Sacha Pacha" wird Foto-ID zur Identifikation von Delfinen und Riesenottern eingesetzt. Amazonas-Flussdelphine können aufgrund der Form der relativ flachen Finne, verschiedener Pigmentmuster und natürlicher Kratzer identifiziert werden, Riesenotter durch die unverkennbaren Flecken an der Kehle. Bedingt durch das eher scheue Verhalten, ist die erfolgreiche Anwendung der Methode bei Delfinen nicht einfach. Damit ein aussagekräftiges Bild aus der Nähe gelingen kann, muss zunächst das Vertrauen der Tiere gewonnen werden. Auch die Position des Tieres zum Fotografen ist wichtig: ID-Merkmale können nur dann gut erkannt werden, wenn das Tier gut aufgenommen wird. Erst nach der Entwicklung ganzer Photoserien kann die Brauchbarkeit der Bilder überprüft werden. "Gute" Bilder sind diejenigen, die das genaue Erkennen der ID-Merkmale ermöglichen. Mittels dieser Bilder wird ein Katalog erstellt. Jedes Tier erhält einen eigenen Namen oder eine Nummer. Der Vergleich der Foto-ID Kataloge unterschiedlicher Expeditionen oder Mustergebiete ermöglicht es dem Forscher - unter anderem - festzustellen, ob ein bestimmtes Tier jedes Jahr zum selben Ort zurückkehrt, oder ob ein Tier ortstreu ist, oder nicht.

zurück...

Home | yaqu pacha | Projekte | Aktuell | Tiere | Team | Förderung | Links | Kontakt

Fotos und Text Copyright © 2002 by yaqu pacha e.V.