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2. Dezember 2014 | Südamerika, Deutschland

Treffen der IUCN Seekuh Spezialisten

Durch die Unterstützung des Tiergarten Nürnberg konnte YAQU PACHA am ersten Treffen der IUCN Sirenian Specialist Group in Cartagena, Kolumbien am 29. November 2014 teilnehmen. Die Karibik Seekuh (Trichechus manatus manatus) zählt heute zur meist bedrohtesten aquatischen Säugetierart Südamerikas. Grund genug um im Vorfeld der 16. Tagung der SOLAMAC, die momentan in Cartagena stattfindet, Spezialisten aus verschiedenen Ländern zu versammeln um über Gefahren und Schutzstrategien zu debattieren. Es wurde der aktuelle Bedrohungsstatus in den verschiedenen Ländern erläutert und was jedes Land momentan unternimmt um dieser Tierart zu helfen. Die Gefahren sind in den verschiedenen Ländern des Verbreitungsgebietes der karibischen Seekuh unterschiedlich, wobei Lebensraumzerstörung und gezielte Tötung zu den wichtigsten und häufigsten zählen. Ein wichtiges Ergebnis dieses Treffens wird die Erstellung eines Dokumentes sein mit dem der aktuelle Status dieser Tierart in den verschiedenen Ländern neu definiert wird. Zusätzlich werden Empfehlungen ausgesprochen, die durch den Rahmen der IUCN Sirenian Specialist Group an Bedeutung gewinnen. Weiterhin wurde beschlossen, dass dieses Treffen jede zwei Jahre stattfinden soll.

Der Tiergarten Nürnberg und die Gesellschaft YAQU PACHA waren nicht nur finanziell beteiligt sondern auch fachlich, da das vom Tiergarten aus koordinierte Manati-EEP von Herrn von Fersen hier vorgestellt wurde. Die Erfahrung und Expertise im Management von kleinen Populationen (wie z.B. die Erhaltungszuchtprogramme der EAZA - EEP´s), die in Zoos zu finden ist, ist im globalen Artenschutz besonders gefragt. Bei vielen Tierarten, darunter auch bei der Seekuh, kommt es zunehmend zu einer Verinselung der Population im ursprünglichen Verbreitungsgebiet und führt zu immer kleineren Unterpopulationen. Diese laufen die Gefahr die ursprünglich hohe genetische Vielfalt zu verlieren. Gerade hier können Zoos, mit ihrer langjährigen Erfahrung einen großen Betrag leisten indem sie mit Wissen und Erfahrung Biologen vor Ort unterstützen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Manati-EEP und den Populationsbiologen Südamerikas wurde auf dem Treffen vereinbart.

Das Treffen wurde von Dr. Nataly Castelblanco (Kolumbien) und Dr. Miriam Marmontel (Brasilien) organisiert.